Pressemitteilung des NABU Baden-Württemberg
22.11.2025
NABU-Landesvertreterversammlung:
Schutz der Lebensgrundlagen braucht höchste Priorität
Rund 200 Delegierte fordern per Resolution Landespolitik zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung auf / Veränderungen im Landesvorstand / Schwerpunkte 2030
Stuttgart – Der NABU Baden-Württemberg hat sich heute (22.11.) zu seiner jährlichen Landesvertreterversammlung (LVV) in Stuttgart getroffen. In einer Resolution forderten die rund 200 Delegierten stellvertretend für die mehr als 132.000 NABU-Mitglieder im Land die Parteien zur Landtagswahl 2026 auf, sich klar und verbindlich zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung zu bekennen: „Naturschutz, Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Intakte Ökosysteme bilden die elementare Lebensgrundlage für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Wer Natur schwächt, gefährdet die Grundlagen unseres Wirtschaftens“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle vor den Vertreterinnen und Vertretern der rund 230 baden-württembergischen NABU-Gruppen. Die aktuelle Debatte zum Bürokratieabbau dürfe nicht dazu missbraucht werden, das Naturschutzrecht auszuhöhlen und demokratische Beteiligung abzubauen, so Enssle weiter.
Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des NABU hat jüngst belegt: Fast 84 Prozent der Menschen im Südwesten stehen parteiübergreifend hinter diesem EU-Gesetz und wünschen sich einen stärkeren politischen Umsetzungswillen.
Der NABU ist mit rund 132.000 Mitgliedern und etwa 3.000 ehrenamtlich Aktiven der größte Naturschutzverband im Land – und wächst weiter. „Wir sind eine starke Gemeinschaft und setzen uns mit all unserem Fachwissen für das Gemeinwohl ein. In gezielten Projekten, mit vielen Partnern und Aktionen zeigen wir, dass sich ehrenamtliches Engagement auszahlt“, erklärte Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel. „Auch im Jahr 2026 bleiben wir ein verlässlicher Akteur und Partner“, betonte Prietzel, „mit solider Finanzierung und einem engagierten Team.“
Als Leitfaden zum Handeln hat die Landesvertreterversammlung mit den NABU-Schwerpunkten 2030 das Arbeitsprogramm des Landesverbands für die nächsten fünf Jahre verabschiedet. Landeschef Enssle sagte dazu: „Die Aufgaben sind gewaltig: das Artensterben stoppen, Lebensräume wiederherstellen und den Klimaschutz stärken. Dafür setzt der NABU auf drei Handlungsfelder: eine naturverträgliche Landwirtschaft, mehr Natur im Siedlungsraum und die Naturverträglichkeit der Energiewende.“
Ergebnisse der LVV 2025 im Überblick:
Link zur verabschiedeten Resolution
Informationen zur Civey-Umfrage
Der NABU Neuhausen im Enzkreis bedankt sich für die schöne
Herbsttagung zum Monitoring seltener und häufiger Brutvögel (MsB, MhB) mit interessanten und informativen Vorträgen 🐦⬛🦉und danke für eine tolle Organisation! 👏
Fotos: Reiner Brückner
Der NABU Neuhausen im Enzkreis bedankt sich für den schönen
Naturschutztag mit interessanten und informativen Vorträgen 💦🐺🦇🌳 und danke für eine tolle Organisation!
Fotos: Reiner Brückner
Bei schönstem Herbstwetter fand am Samstag, 18.10.2025 der 27. Bauernmarkt in Neuhausen statt.
Es gab wieder ein tolles Angebot, nette Marktteilnehmer/innen und viele interessierte Besucher/innen. Wir vom NABU Neuhausen bedanken uns für die vielen netten und interessanten Gespräche und vor allem für Euer Interesse am Naturschutz. Dankeschön!
Über Plastik in den Weltmeeren wird viel berichtet, doch nicht nur dort sammelt sich unser Müll. Was unterscheidet Plastik im Boden von Plastik in den Weltmeeren? Welche Auswirkungen hat es und wie gelangt es überhaupt in unsere Böden? Darüber berichtete in der Theaterschachtel in Neuhausen die Abfallberaterin Carina Aydin von der UDATA GmbH - Umwelt und Bildung.
Der LEV Enzkreis und die Wildtierbeauftragte haben am 19.9.2025 zu einem Abendspaziergang nach Neuhausen-Steinegg eingeladen. Im Mittelpunkt stand eine Spurensuche nach dem Rebhuhn: Gibt es überhaupt noch Rebhühner im Enzkreis und wie sehen die Prognosen zur langfristigen Arterhaltung aus? Die graubraunen Hühnervögel sind charakteristische für die Feldflur und stehen stellvertretend für viele heimische Niederwild-Arten und deren Verlust an Lebensraum. Gleichzeitig zweigen sie, wie wichtig Biodiversität ist - und dass viele kleine Maßnahmen in der Summe einen großen Beitrag für den Erhalt der Vielfalt leisten können. Text: Landratsamt Enzkreis
Dass Streuobstwiesen zurecht als Biodiversitäts-Hotspots bezeichnet werden, zeigte sich bei der diesjährigen 🦇Fledermausexkursion am Tag der internationalen Batnight auf den Streuobstwiesen in Neuhausen-Hamberg. Reiner und Susanne Brückner, Fledermausexperten beim NABU Neuhausen im Enzkreis begrüßten zahlreiche Teilnehmer zur landesweit ausgerufenen Batnight. Sogar bis aus dem Raum Ludwigsburg waren Fledermaus-Interessierte angereist, um an der Exkursion teilzunehmen. Am Treffpunkt erfuhren die Fledermausinteressierten viel über die Biologie und Lebensweise der fliegenden Säugetiere, bis sich die Gruppe dann zu Ihrer Exkursion in die naheliegenden Streuobstwiesen aufmachte. Mit einsetzender Dämmerung waren auch schon die ersten Fledermäuse unterwegs und unterstützt durch die Ortung per Batdetektor konnten die Batnight-Teilnehmer die fliegenden Säugetiere bei ihrer Insektenjagd beobachten. „Natürlich tragen die umliegenden FFH-Wiesen dazu bei, dass unsere Schönen der Nacht ausreichend Futter in Form von Insekten und Nachtfaltern finden“, erläuterten die Fledermausexperten vom NABU. Immer wieder ertönte das typische Geräusch in den mitgebrachten Echometern und die nächste Fledermaus zog über die Köpfe der Kinder und Erwachsenen hinweg. Auch ein mitgebrachtes Nachtsichtgerät und das Präparat-Exemplar einer Mausohr-Fledermaus bereicherte die Batnight. Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten alle Teilnehmenden Fledermaus-Schlüsselanhänger, Buttons, Aufkleber und Informationsmaterial über die Schönen der Nacht.
Damals, im ehrwürdigen Geburtsjahr des NABU Neuhausen – als die Bäume noch analog rauschten und die Vögel ihre Tweets noch nicht bei Twitter posteten – wurde ein kleines Naturwunder geboren: unser NABU-Ortsverein!
Die Insekten flogen eine Ehrenrunde, die Spatzen pfiffen es von den Dächern: „Endlich kümmern sich Menschen mal um uns, und nicht nur um ihre Mähroboter.“
Seitdem gilt:
🍃 Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, war noch nie bei einer NABU-Exkursion dabei.
🐝 Warum summen Bienen? – Weil sie den Text vergessen haben!
🦉 Was sagt der schlaue Uhu zum neuen NABU-Vorstand? – „Ich bin ganz
Ohr.“
🌍 Und warum war der Regenwurm so begeistert von der
Gründung? – Weil er wusste: Jetzt geht´s bergab – aber im besten Sinne – Richtung nachhaltiger Bodenschutz!
Und auch wenn sich seitdem einiges verändert hat – der Klimawandel macht inzwischen sogar den Pinguinen Hitzefrei – bleibt eines gleich: Der NABU Neuhausen hat immer ein offenes Ohr für Eulen, ein Herz für Hummeln und ein Zuhause für alles, was fliegt, krabbelt, läuft oder einfach nur grün oder bunt ist.

Erfolgreich ging die diesjährige NABU-Sommerakademie am 5. und 6. Juli 2025 in Bad Boll zu Ende.
3 Vorstandssprecher unserer NABU-Gruppe waren dabei, folgende Workshops wurden angeboten:
Der "alte" Vorstand wurde wieder gewählt.
Das Ökomobil des Regierungspräsidiums Karlsruhe war am 16.06.2025 beim NABU Neuhausen im Enzkreis zu Gast und bot jungen Naturforscherinnen und Naturforschern die Möglichkeit, die Tier- und Pflanzenwelt auf der Streuobstwiese zu erkunden. Los ging es mit einem Pflanzen-Suchspiel, hier war ein gutes Gedächtnis gefragt, musste man sich die gezeigten Pflanzen merken und auf der Wiese wiederfinden. Aber auch das Tierreich kam nicht zu kurz. Die Schönen der Nacht standen als nächstes auf dem Programm. Beim Fangspiel „Fledermaus-Motte“, zur Veranschaulichung der Echoortung der fliegenden Säugetiere, hatten die Kinder so viel Spaß, dass Runde um Runde gedreht wurde und jeder mal Motte und mal Fledermaus sein durfte. Den Abschluss bildete dann noch das Insektenmonitoring auf der schönen Streuobstwiese. Unter den im Ökomobil mitgebrachten Mikroskopen konnte man sich dann die kleinen Krabbler und Summer ganz genau betrachten. Aber keine Sorge, alle Insekten, Spinnen und Käfer wurden wieder an Ort und Stelle freigelassen. Wir vom NABU Neuhausen im Enzkreis bedanken uns beim Team des Regierungspräsidiums Karlsruhe für die tolle Veranstaltung und bei der Familie Bernd Mühlthaler aus Hamberg, die uns ihre schöne Streuobstwiese und Fläche für den Erlebnistag zur Verfügung gestellt hat.


Anlässlich der 40 jährigen NABU-Mitgliedschaft von Friedrich (Fritz) Oberndörfer (Bild Mitte) verlieh der NABU Neuhausen im Enzkreis dem Jubilar eine Urkunde sowie eine Ehrennadel.
2 Workshops gab es Samstagvormittag zu den Themen: Social Media und Feldraine
2 Exkursionen gab es am Samstagnachmittag:
1. „Fairpachten-Flächen“: Besichtigung landwirtschaftlicher Flächen
einer Kirchengemeinde, die von Gerd Ostermann (ein Ehrenamtlicher aus unserem Netzwerk) beraten wurde.
2. „Weinbau und Naturschutz“ mit Jule Schwartz von der Stiftung Lebensraum
Die 48. Naturschutztage am Bodensee sind heute (6.1.2025) nach vier Tagen mit rund 40 Veranstaltungen und mehr als 1.000 Besucher*innen zu Ende gegangen. Schwerpunkte in diesem Jahr waren Arten-, Klima- und Naturschutz sowie Forderungen der Naturschutzverbände für die anstehende Bundestagswahl. Hier setzten die Anwesenden gemeinsam ein starkes Zeichen für mehr Investitionen der Bundesregierung für Klima, umwelt- und sozialgerechte Mobilität sowie intakte Natur. BUND und NABU ziehen eine positive Bilanz.
Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende BUND Baden-Württemberg: „Ein starkes Zeichen an die Politik, viele Impulse für das eigene Engagement und der gemeinschaftliche Austausch über die Themen, die uns am Herzen liegen – all das macht die Naturschutztage aus und ist auch in diesem Jahr wieder gelungen. Von den mehr als 40 Vorträgen, Seminaren, Workshops und Exkursionen können die Teilnehmenden viele Inspirationen mitnehmen in ein ereignisreiches Jahr 2025. Schließlich steht schon in wenigen Wochen die Wahl einer neuen Bundesregierung an. Wir setzen darauf, dass diese die Weichen stellt für eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung von Klima- und Naturschutz und das Erreichen der Klimaziele. Wie das gelingen kann, haben wir hier aufgezeigt.“
Johannes Enssle, Landesvorsitzender NABU Baden-Württemberg: „Wir wünschen uns, dass unsere Botschaften den Weg vom Bodensee bis nach Berlin finden. Damit die Neuwahl ein echter Aufbruch wird statt einer Fortsetzung nach alten Mustern. Wer Zukunft lebenswert gestalten will, muss auch Mut beweisen und überholte Strukturen verändern. Dazu gehört, die Klimaziele einzuhalten und den Erhalt intakter Natur aktiv zu fördern. Subventionen, die im Widerspruch zu diesen Zielen stehen, müssen wegfallen, damit die Mittel dort eingesetzt werden können, wo sie dringender gebraucht werden. Das würden wir sehr gerne als Erfolg feiern, wenn wir uns im Januar 2026 hier zu den nächsten Naturschutztagen wiedersehen.“
Ein erster Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Sebastian Vollmar. Der Autor und Mitglied des ThinkTanks Reinventing Society begeisterte mit Musik und Interaktion für positive Zukunftsvisionen. Gerhard Schwab, Bibermanager des Bund Naturschutz Bayern, konnte mit seiner Expertise über den Biber als Baumeister überzeugen. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Wasserstoff und Klimaschutz von Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) stieß auf großes Interesse. Einen spannenden Schlusspunkt setzte Ruedi Haller, Direktor Schweizerischer Nationalpark, mit einem Einblick in 111 Jahre natürliche Entwicklung im ältesten Nationalpark der Alpen. Sehr gefragt war auch wieder das Nachmittagsprogramm mit Exkursionen in die Natur und Seminaren etwa zu Gewässern für Amphibien oder Schutz für den Gartenschläfer. Die kostenlose Kinderbetreuung kam bei den kleinen Besucher*innen gut an.
Aktion für den Abbau umweltschädlicher Subventionen
In einer gemeinsamen Aktion forderten die Teilnehmenden der 48. Naturschutztage anlässlich der anstehenden Neuwahlen den Abbau umweltschädlicher Subventionen und mehr Geld für den Schutz von Natur, Umwelt und Klima. Studien zeigen, dass rund 65 Milliarden Euro verfügbar wären, wenn umweltschädliche Subventionen wie steuerliche Vorteile für Dieselkraftstoff oder die private Nutzung von Dienstwagen gestrichen würden. Mit Banner und Plakaten riefen die Teilnehmenden die Bundespolitik dazu auf, diese Mittel für die langfristige Finanzierung von Maßnahmen im Klima- und Naturschutz zu investieren.
Die 49. Naturschutztage am Bodensee finden voraussichtlich vom 3. bis 6. Januar 2026 wieder im Milchwerk Radolfzell statt.
Über die Naturschutztage: Seit den 1970er-Jahren treffen sich Interessierte zu Austausch und Weiterbildung bei den Naturschutztagen am Bodensee. Was vor fast 50 Jahren in einer Turnhalle begann, gilt mittlerweile als größtes Treffen von ehren- und hauptamtlichen Naturschützer*innen im deutschsprachigen Raum. Seit 1987 veranstalten die baden-württembergischen Landesverbände von BUND und NABU die Naturschutztage gemeinsam. Die 48. Naturschutztage 2025 beschlossen die Verbände erfolgreich nach vier Tagen mit rund 1.000 Besuchenden.

Rund 1.000 Teilnehmende bei den 48. Naturschutztagen am Bodensee
Gelungener Start ins Jahr bei Traditionsveranstaltung von BUND und NABU am Dreikönigswochenende im Radolfzeller Milchwerk
· - Rund 1.000 Besucher*innen starten mit neuen Impulsen für Natur- und Klimaschutz ins Jahr
· - Traditionsveranstaltung auch im Zeichen der Bundestagswahl im Februar
· - Mehr als 40 Vorträge, Seminare, Workshops und Exkursionen

Ausgezeichneter Einsatz für Amphibien
Der Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis ging in diesem Jahr an Hubert Laufer aus Offenburg. Der selbstständige Gutachter und Landschaftsökologe setzt sich seit Jahrzehnten sowohl beruflich als auch ehrenamtlich für den Schutz von Amphibien im Land ein. Mit dem Preis zeichnete der BUND Baden-Württemberg bereits zum 14. Mal besonderes Engagement im Natur- und Umweltschutz aus. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird seit dem Jahr 2006 durch den BUND-Landesvorstand vergeben.